Dom bei Kerzenlicht

25. bis 28.Januar 2018, 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr

Während der EVI LICHTUNGEN leuchtet der Hezilo-Leuchter täglich für zirka drei Stunden.
Eintritt frei.

Der Heziloleuchter war bis ins 19. Jahrhundert liturgischer Mittelpunkt des Doms. Unter der erleuchteten Krone fanden Gottesdienste statt. Der Ort bezeichnete Ausgang und Ziel der großen Prozessionen des Domkapitels an den Sonn- und Feiertagen. […] Der Heziloleuchter fungierte auch als Rechtssymbol. Verletzungen der Souveränität des Bistums wurden unter ihm feierlich beigelegt. […] Die Idee des Leuchters ist das Bild einer schwebenden Stadt: nach der Inschrift das himmlische Jerusalem als Ziel des alten und neuen Bundes, duftend vom Wohlgeruch der Tugenden, bevölkert von den Heiligen, erleuchtet von Gott selbst, der Quelle alles Lichts. […] Der Typus „Jerusalemleuchter“ leitet sich her vom großen Radleuchter über dem Golgota der Grabeskirche. Für einen unmittelbaren Bezug zu Jerusalem sprechen beim Heziloleuchter zudem islamische Elemente, die in seiner Ornamentik zu finden sind. [de.wikipedia.com: Heziloleuchter, 15.12.2017]

Der weltberühmte Hezilo-Leuchter im Hildesheimer Dom war eigentlich kein Leuchter. Sein eigentlicher Zweck im Mittelalter war, gestiftete Kerzen abzubrennen. […] Wahrscheinlich dienten die 72 Kerzen, die der Leuchter tragen konnte, nicht unbedingt zur Erhellung der Kirche. Vielmehr galt es im Mittelalter als Ausdruck großer Frömmigkeit, Kerzen zu stiften. Die sich selbst verzehrende Kerze, nach mittelalterlicher Auffassung „reine Materie“, galt als Sinnbild Christi, der sich für das Heil der Menschen geopfert hat. Kerzen waren daher auch ein Opfer für das eigene oder fremde Seelenheil. Sie galten in jenen Jahren als Kostbarkeit und Kerzenstiftungen konnten leicht das mehrfache Jahreseinkommen eines einfachen Handwerkers betragen. […]  Bischof Hezilo hat mit seinem Leuchter einen mehr als kostbaren „Stiftungsträger“ schmieden lassen.

[…] Radleuchter gehörten im Mittelalter zur Ausstattung einer jeden größeren Kirche, […] aber seine Größe und kostbare Ausstattung hoben ihn wahrscheinlich über die meisten der längst verschwundenen Radleuchter hinaus und dürfte schon zu seiner Entstehungszeit für Aufsehen gesorgt haben. […] Der Hezilo-Leuchter wurde von Bischof Hezilo (1054-1079) für den von ihm wiederaufgebauten Hildesheimer Dom in Auftrag gegeben. Die erste bekannte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1276. Er ist mit einem Durchmesser von über sechs Metern und über 1.500 Teilen der größte der vier Radleuchter, die im deutschsprachigen Raum noch vorhanden sind (Barbarossa-Leuchter in Aachen, Hartwig-Leuchter auf der Großcomburg und Azelin-Leuchter in Hildesheim). Der Leuchter besteht aus zwölf Abschnitten mit jeweils einem Turm und Tor, die das „himmlische Jerusalem“ symbolisieren. [Bistum Hildesheim: Leuchten zum Wohl des Stifters. Online 2.11.2004]

 

LINK
Mariendom Hildesheim Web: Der Hezilo-Leuchter