Joscha Röhrkasse

Studienfokus:
Literarisches Schreiben und Lektorieren

Statement zum Verhältnis von Kulturellem Erbe und Zeitgenössischer Kunst:

Abseits einer rein ästhetischen Rezeption von Kunst, kann ein Werk – unabhängig von seiner Entstehungszeit oder der Intention des/der Künstler*in – immer in Bezug auf einen gesellschaftlichen oder historischen Kontext gelesen werden. (obwohl meiner Meinung nach auch eine Haltung, die sich der Interpretation verweigert, ihre volle Daseinsberechtigung hat).
Als referentielles Werkzeug kommen der Kunst verschiedene Funktionen zu. Kunst kann ebenso wie kulturelles Erbe Identität stiften, den Fokus auf ein bestimmtes Problem richten oder der Gesellschaft einen kritischen Spiegel vorhalten. Sofern dies die Absicht eines Kunstwerks sein sollte, empfinde ich es allerdings als notwendige Bedingung, dass sich die Arbeit durch einen häretischen Bruch von der historischen/kulturellen/gesellschaftlichen Bezugsquelle abgrenzt, um nicht nur ein Problem aufzuzeigen, sondern ferner eine Lösung desselben anzubieten und eine Veränderung zu bewirken.