Kai van der Puij: Zwischen zwei Dimensionen

Kai van der Puij (*1969) ist Architekt und Designer. Er entwickelt und realisiert innovative Konzepte für Gebäude, Raumsysteme und Möbel. Regelmäßig ist er mit kinetischen Installationen auf dem finnischen Lichtfestival LUX Helsinki vertreten.
Kai van der Puij studierte an der Technischen Universität Helsinki und der University of Art and Design und gründete 2005 sein eigenes Designbüro in Helsinki.

Warum haben Sie zugestimmt, ins winzige Hildesheim zu kommen?

Hildesheim hat einen guten Ruf als kunstorientiertes Lichtfestival.

Was verstehen Sie unter „öffentlich“? Was bedeutet es für Sie, in der „Öffentlichkeit“ zu arbeiten?

Die Arbeit ist nicht raum- oder umgebungsgebunden. 1-11,5Hz eignet sich für einen reduzierten Galerieraum oder eine reichhaltigere Umgebung. Die Hildesheimer Bernwardkirche schafft jedoch einen feinen Kontrast zum Werk, wobei der Raum der Kirche den reduzierten Geist des Werkes unterstreicht. Die immaterielle Natur der Arbeit ist auch für das geistige Umfeld geeignet.

Wie sind Sie mit Licht/Sehen/… als Erlebnis umgegangen?

1-11,5Hz ist eine Lichtinstallation, die sich mit der Bewegung und dem Raum, den das Licht erzeugt, beschäftigt.
Die Rotationsgeschwindigkeit erzeugt eine optische Täuschung, die dem Licht eine neue Funktion verleiht, um faszinierende Formen zu formen und Grenzen im gegebenen Raum zu ziehen. Diese Arbeit ist auch eine Studie über die Beziehung zwischen der Form und der Drehbewegung, die durch das Licht offenbart wird.
Das Stück wurde von „low technology“ geschaffen, verwendet keine Lasertechnologie und ist nicht animiert. Die angewandte Technik ist Teil der Arbeit und erzeugt den Klang des Stückes. Ich finde die Form einer Rotationsbewegung faszinierend und schön.
Die Geschwindigkeit von 11,5 Hz (345 U/min) erzeugt zwei Kugelformen, die durch einen Leerraum verbunden sind. Der Spalt zwischen den beiden Kugeln ist wie ein Tor zwischen zwei verschiedenen Dimensionen. Durch Erhöhung der Drehgeschwindigkeit schließt sich das Tor und öffnet sich wieder, wenn die Drehzahl reduziert wird. Es ist, als ob die Arbeit ihr eigenes Leben beginnt, als atmendes und bewegendes Wesen.

Was steht im Vordergrund deiner Arbeit?

Dinge von Bedeutung und Neuheitswert zu schaffen. Oftmals, wie in diesem Fall, wird die Idee der Arbeit zu einer Obsession, die zwangsläufig umgesetzt werden muss.

Was ist das beste Feedback, das Sie je bekommen haben?

Da warte ich immer noch drauf 🙂