Margareta Hesse: Die widersprüchliche Qualität des Laserlichtes

Mit den klar gebündelten Strahlen des Laserlichtes konstruiert Margareta Hesse gleißend rote Linien durch Architekturen. Linien, die wie der Faden der Ariadne durch den Raum führen oder sich in geometrischer Strenge zu quasi objekthaften Erscheinungen formieren, die z. T. auch inhaltlich Bezug nehmen auf die speziellen Orte.

Wie verstehst du Öffentlichkeit? Was bedeutet es für dich in der „Öffentlichkeit“ zu arbeiten?

In der Öffentlichkeit zu arbeiten bedeutet immer, sich mit seiner Arbeit dem Urteil einer ganz gemischten Öffentlichkeit zu stellen und für Fragen aller Art offen zu sein.

Wie hast du dich mit LICHT / SEHEN /… als Erfahrung auseinandergesetzt?

Zunächst einmal ist Licht ein Faktor, der für den Menschen im Zusammenhang mit Wahrnehmung und Orientierung eminent wichtig ist. Insofern ist es ein sehr spezielles künstlerisches „Arbeitsmaterial“, ein Material, mit dem jeder Mensch Erfahrungen gemacht hat.
Meine Installationen brauchen die Finsternis. Insofern spielt der verunsichernde Entzug der optimalen Orientierung in meinen Installationen eine Rolle.

Was inspiriert dich für deine Arbeiten?

In meinen künstlerischen Arbeiten war das Material immer eine wichtige Inspirationsquelle, weil jedes Material Assoziationen weckt.
Die widersprüchliche Qualität speziell des Laserlichtes fasziniert mich, weil es manchmal wie ein „Ding“ anmutet, dann aber wie ein Nichts zwischen den Fingern „zerrinnt“. Hinzu kommt der Raum, die atmosphärische Ausstrahlung der Architektur, die Geschichte des Raumes.

Weshalb arbeitest du ausschließlich mit Laserlicht?

Laserlicht ist das einzige Licht, das mich interessiert aufgrund der widersprüchlichen Wahrnehmung seiner „Materialität“. Für Laser gibt es vielfältige Anwendungsbereiche in der Medizin, in der Industrie, die alle mit Gefahr assoziiert werden und deshalb dem Laserlicht etwas Bedrohliches verleihen. Laserlicht hat ein inhaltliches Potential, das ich aufgreife und durch die Wahl der Farbe Rot verstärke.

Welches ist die beste Rückmeldung, die du bekommen hast?

Die beste Rückmeldung war von der Musikerin Sophie Tassignon, die meine Installation im Historischen Keller so inspirierend fand, dass sie dazu drei faszinierende vokalistische Stücke entwickelt hat. Sie hat diese Stücke auf einer CD mit dem Titel Licht-Raum-Erkundungen herausgegeben.

Warum hast du zugesagt, nach Hildesheim (in die Provinz) zu kommen?

Der inspirierende, architektonisch und atmosphärisch spannende Raum, der den banalen Namen Käsekeller trägt, in dem ich meine Installation zeigen kann, hat mich angezogen. Der Tunnel mit seinen geheimnisvollen Nischen, die imposante, aus groben Steinen gemauerte Halle mit dem Tonnengewölbe, die eine reiche Geschichte hinter sich hat, hat mich angezogen. Mich hat vor allem die Vergangenheit dieses Ortes im zweiten Weltkrieg als Bunker interessiert und für meine Installation inspiriert.