Max Gallo


den Fenstern

Eine meist verglaste Öffnung, die Licht in einen geschlossenen Raum dringen lässt.
Wie nehmen wir Fenster wahr? Als ein trennendes Element zwischen dem Privaten, dem Drinnen, und dem Öffentlichen, dem Draußen. Fenster von Privatwohnungen, wie sie in der Arbeit „den Fenstern“ aufgenommen sind zeigen kleine, private Ausschnitte aus dem Leben, die von außen betrachtet wie sorgfältig komponierte Bildausschnitte wirken. Sie bewegt sich zwischen einem ethnografischen Herantasten an den privaten Lebensraum und einem distanzierten, voyeuristischen Beobachten des Privaten das zugleich öffentlich ist. Die rekonstruierten Bildausschnitte, den Gebäuden nachempfunden in denen sich die Fenster tatsächlich befinden beschäftigen sich mit der Frage, wie bewusst wir die architektonische Außenwirkung unserer Wohnräume nach einem Idealbild konstruieren, abgestimmt auf den Blick der Anderen, beeinflusst von den unbewussten Konventionen der Repräsentation. Hier eine Zimmerpflanze, dort ein Gemälde an der Wand, allesamt Bausteine des Privaten und doch öffentlich.
Zwischen den zwei Fenstern im obersten Stockwerk des Kehrwiederturms sich befindend, übernimmt die Arbeit die Maße dieser Fenster, gliedert sich in den vorab bestimmten Raum ein. Die zwei Leuchtkästen sind für sich genommen umgekehrte Fenster, sie strahlen aus sich heraus, das Innere der Kästen bleibt, bis auf den sichtbaren Ausschnitt, verborgen.