Philipp Mohr

Origin 4
Origin 6
Dommuseum Lettnersaal | Philipp Mohr: Origin | Interaktive Sound- und Lichtinstallation

„Origin“ ist eine interaktive Licht- und Sound-Installation, die mittels der körpereigenen elektrischen Kapazität der Teilnehmenden gesteuert wird.

Origin 2017 | Skulptur: Phillip Mohr | Sounddesign: Julian Mandernach

Angeleitet durch das unmittelbare, audiovisuelle Feedback welches die Teilnehmenden erhalten, lädt Origin zum Experimentieren mit der eigenen Körperlichkeit und den sich daraus ergebenden Konsequenzen ein. Als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, welche die Teilnehmenden dazu befähigt in Interaktion mit der Installation zu treten, dient dabei das Theremin, welches 1920 vom russischen Physiker Lew Termen entwickelt wurde und als das erste elektronische Musikinstrument in die Geschichte einging. Heute ist es jedoch weitgehend unbekannt und findet in der musikalischen Praxis kaum Anwendung, da es aufgrund der kontaktlosen Spielweise, als das am schwersten zu spielende Instrument der Welt gilt.

Doch gerade, das Funktionsprinzip des Interfaces, bei dem es zu keinem Zeitpunkt zu einer Berührung mit der Sensorik kommt, übt auf die Teilnehmenden eine besondere Faszination aus. Denn um Origin nach den eigenen Vorstellungen zu beeinflussen, treten diese mit Hilfe ihres eigenen elektrischen Feldes in Resonanz zu Elektroden und erzeugen durch filigrane Bewegungen – nach dem Prinzip der kapazitiven Abstandsmessung -Differenzfrequenzen, über welche entsprechende optische und akustische Veränderungen initiiert werden.

Die gesamte Formsprache der Skulptur wurde aus der Beobachtung einer Analogie, die zwischen dem Funktionsprinzip des Interfaces und allgemein jedem menschlichem Handeln besteht abgeleitet. So steht jeder Handlung eine entsprechende Entscheidung unserer selbst voran und gleichzeitig zieht diese Handlung – sei sie noch so banal –  eine unmittelbare Konsequenz nach sich, auf die der Mensch in seinem direkten Umfeld, im Rahmen seiner eigenen Wirkkreise Einfluss nehmen kann. Da die Wirkung selbst wieder zur Ursache für eine neue Kausalität wird, setzt jede Entscheidung eine Kausalitätskette in Gang, welche sich immer mehr der eigenen Kontrolle entzieht, je weiter sie sich vom Ursprung entfernt. „Origin“ ist eine Interpretation und Manifestation dieses Prinzips in skulpturaler Gestalt.

AUSGEWÄHLTE ARBEITEN
2017 | Frankfurt (de) Luminale
2017 | London (gb) Canary Wharf Winter Lights Festival
2017 | Arnsberg (de) DARK – Digitale Arbeiten zur Lichtkultur
2017 | Hildesheim (de) State of the Art Hildesheim
2018 | Oldenburg (de) Freie Szene Festival Banden
2018 | Gießen (de) Hungry Eyes Festival 

HINTERGRUND
2017 | Intermediale Theater Produktion ZENSUR mit Daphne Weber
2016 | Produktion von  „Origin“ mit dem Sounddesigner Julian Mandernach
Ab 2013 | Studium des Lichtdesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/ Göttingen/ Holzminden
Ab 2009 | Licht und Beleuchtung für Produktionen der ARD, des ZDF’s und Diplomfilmproduktionen der Filmakademie Baden Württemberg.
MEHR

LINKS