Rainer Plum: Das Verschwinden und Erscheinen der Dinge

Zeichnung, Grafik, Malerei und Installationen gehören zu dem Portfolio von Rainer Plum. Bezugspunkt seiner künstlerischen Auseinandersetzung ist die Linie. Er betrachtet sie in ihren graphischen Qualitäten ebenso wie als Bezeichnung von Formen und Körpern.

„Mit Hilfe des Elementes Laserlicht versuche ich eine räumliche Konstellation zu verwirklichen, die den Raum rhythmisch strukturiert und den Zwischenraum, die Leere bzw. die Dunkelheit, als Kraftfeld erlebbar werden lässt. Das Sehen wird zur Schau einer unbegrenzten energie- und lichthaften Beziehung. Meine Vision ist, energiegeladene Zeiträume zu verwirklichen, in der Vergangenheit und Zukunft gegenwärtig koinzidieren, unaufhörlich auf dem Weg, der neue Zeiträume erschließt…, beschreibt Rainer Plum seine Arbeit.

Warum hast du zugesagt, nach Hildesheim (in die Provinz) zu kommen?

Der Begriff der Provinz ist relativ und auch in der Provinz gibt es kreative, kluge Köpfe. Außerdem erwarte ich ein spannendes Lichtfestival.

Wie verstehst du Öffentlichkeit? Was bedeutet es für dich in der „Öffentlichkeit“ zu arbeiten?

Ich verstehe Öffentlichkeit als Kommunikationsplattform, welche den interessierten Besuchern und den Künstlern eine Teilhabe ermöglicht.

Wie hast du dich mit LICHT / SEHEN /… als Erfahrung auseinandergesetzt?

Das SEHEN lernen ist die Basis aller Kunst.
Meine Beschäftigung mit dem Thema Licht ist begründet in der konsequenten  Entwicklung meiner künstlerischen Arbeit.

Was inspiriert dich für deine Arbeiten?

Die Inspirationsquelle ist die ständige offene Suche.

Was steht im Vordergrund deiner Arbeit?

Das Verschwinden und Erscheinen der Dinge.

Was ist das Besondere an Laserlicht für dich?

Die Kohärenz des Laserlichtes.

Weshalb arbeitest du ausschließlich mit grünfarbigem Laserlicht?

Ich arbeite überwiegend mit Laserlicht der Wellenlänge 532nm (grün) – nicht ausschließlich. Rote, blaue und Weißlichtlaser benutze ich ebenfalls.
Das grüne Laserlicht der Wellenlänge 532nm ist ein grelles weiß-grünes Licht (nicht einfach grün!). Es strahlt eine hohe Künstlichkeit aus und ist die energiereichste Farbe.

Wie kommst du auf den Titel „Der kristalline Raum“?

Mich interessieren die Raumüberschneidungen der Laserflächen. Laufen die Laserflächen im Winkel zueinander entstehen Räume, die einen kristallinen Körper bilden.

Du arbeitest schon sehr lange mit Laserlicht, was hat sich in dieser Zeit verändert – im Kulturkontext allgemein, aber auch bei deinen persönlichen Arbeiten?

In meinen Malereien setzte ich mich mit der 2-dimensionalen Fläche auseinander. Durch die Verwendung der Lasertechnik erarbeitete ich mir zunehmend den 3- und 4- dimensionalen Raum bis hin zu den großen Außeninstallationen, die ich als Zeit-Räume bezeichne. Die Kunst interessiert sich zunehmend für Technik. Ich selbst habe aber im ständigen Umgang mit der Technik den Wert der „einfachen“ Handzeichnung begriffen.

Welches ist die beste Rückmeldung, die du bekommen hast?

„Jetzt wird verständlich, warum du die Zeichnungen brauchst!“