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La Stanza del Mare

Michaeliskirche

Fabrizio Plessi, 2020


Seit 1968 ist Wasser das werkbestimmende Element des international bekannten Videokünstlers Fabrizio Plessi. In seinen beeindruckenden, raumgreifenden Videoskulpturen kombiniert er verschiedene, zunächst opponierende Materialien und erzeugt somit eine visuelle wie inhaltliche Spannungen. In der vorliegenden Arbeit verdichtet Plessi durch die Verbindung von Naturmaterialien mit technischen Geräten die Essenz seines Werkgedankens, wie Dorothea van der Koelen schreibt: „La Stanza del Mare, der Meeresraum, zeigt eine lange Reihe […] gleichartige[r] Schränke aneinander gestellt. Die Videos der Monitore im oberen Bereich der Schränke zeigen Meerwasser und die Wellen der Brandung. Anstelle der Türen sind zahlreiche Querlatten angebracht, die in der Höhe nach oben so weit reichen, daß sie die Monitore partiell verdecken. Die Hölzer sind unterschiedlich in Farbe und Qualität, Alter und Zustand, so daß eine poetische Struktur entsteht, beinahe wie ein impressionistisches Gemälde. Sie erinnern an Treibhölzer, die das Meer von Zeit zu Zeit an den Strand spült. Eben jene Hölzer sind es, die hier nun eine Barriere aufbauen, als wollten sie das Meer beschützen vor den Augen der Betrachter, vor den Besuchern der Strände, vor den Zerstörern der Schönheit der Natur. Diese Schränke - hier als Raum bezeichnet - sind zu verstehen als eine Hymne an das Meer, eine Liebeserklärung an das Wasser.“ (Fabrizio Plessi, Opus Video Sculpture, Werkverzeichnis der Videoskulpturen und -installationen 1976-1988, Mainz und München 1988, S.246/250).



Die Arbeit aus dem Produktionsjahren 1990-1991 wird erstmals seit 1993 in gesamter Komposition ausgestellt. Seit ihrer Entstehung hat die Symbolik des eingegrenzten Wassers durch die Nachrichten und Bewegungen der letzten Jahre neue Bedeutungen gewonnen und lädt somit zu einem Dialog über individuelle Assoziationen ein.

Leihgaben des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien und der T.W. Stiftung in Hamburg. 



http://www.fabrizioplessi.net