Drawing in Space - ResonanceDrawing in Space - ResonanceDrawing in Space - ResonanceDrawing in Space - Resonance

Jeongmoon Choi - Drawing in Space - Resonance, 2020, Turm St. Andreas, Size variable, site-specific installation with flourescent thread, blacklight © EVI LICHTUNGEN Photographer Jeongmoon Choi

Arbeit

Drawing in Space - Resonance


In der Installation "Drawing in Space" erleuchtet Jeongmoon Choi die Dunkelheit des Kirchenturmzimmers in der St. Andreas Kirche mit einer komplexen geometrischen Anordnung aus fluoriszerenden Fäden, die bei den Betrachtenden vermutlich eine leichte und angenehme sinnliche Verwirrung erzeugen werden. Da die Fäden das Licht in den von Choi entworfenen Strukturen reflektieren, scheint der Raum zu vibrieren. Die Künstlerin konzipiert ein Spannungsverhältnis zwischen der Zerbrechlichkeit der Fadenstrukturen und der massiven Struktur des umgebenden Raumes. Ihre Installation vermittelt den Eindruck einer virtuellen, pulsierenden Kontemplation über analoge und digitale Positionen, Strukturen, Bewegungen und verschiedenen Wahrnehmungsperspektiven im Raum.



Künstler_in

Jeongmoon Choi


Geboren 1966 in Seoul, Südkorea, und seit 2001 in ihrer zweiten Heimat Berlin zu Hause, hat die Künstlerin Jeongmoon Choi stets in einem inspirierenden Dialog zwischen östlicher und westlicher Kultur gelebt und gearbeitet. Ursprünglich studierte sie Malerei, bald darauf umfassten ihre Arbeit auch Objekte, und im Jahr 2005 entdeckte sie Faden als ein dreidimensionales Äquivalent zu Pinsel und Farbe. Dementsprechend wurden Räume und öffentliche Plätze zu ihrer Leinwand. Einzelausstellungen der international tätigen Künstlerin wurden bereits auf der ganzen Welt ausgetragen - vom HOCA in Hong Kong über das Maximiliansforum in Frankfurt bis zum MARCO in Mexico.


Webseite


Ort

Turm St. Andreas


In romanischer Zeit verlagerte sich das Zentrum der Markt- und Handwerkersiedlung aus der feuchten Niederung zwischen Domburg und Michaeliskirche hierher, in die St. Andreas-Kirche. Wie die Marktkirchen in vielen anderen deutschen Bischofsstädten repräsentierte St. Andreas im Hochmittelalter das bürgerliche Selbstbewusstsein gegenüber der landesherrlichen Gewalt des Bischofs (Hochstift), die sich im Dom darstellte. Obwohl der Bau der gotischen Kirche Ende des 14. Jahrhunderts begonnen wurde, erreichte der Turm erst 1883 seine endgültige Höhe. Erst kürzlich wurde er wieder der Öffentlichkeit zugänglich, ermöglicht durch Spenden aus der Bürgerschaft, die einzelne Treppenstufen stifteten. Damit machten die Bürger_innen Hildesheims den Raum im Turm unter dem Glockengestühl hoch über der Stadt wieder nutzbar.



Stadtgeflüster

Jürgen Götz machte mit dem Verein „Aufstieg Kirchturm St. Andreas e.V.“ 1995 den Wiederaufstieg in den im zweiten Weltkrieg zerstörten Kirchturm möglich. Welche Fäden und Verbindungen er dafür spinnen musste, erzählt er im Gespräch.