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Jacqueline Hen - Inversion, 2020, Godehardistollen (Bernwardstollen) Hildesheim,227cm x 178cm x 2500cm, iridescent foil, fan, light © EVI LICHTUNGEN Photographer Sara Foerster

Arbeit

Inversion


Die Installation -"Inversion" setzt sich mit der Vorstellung des Zusammentreffens zweier Dimensionen auseinander. Der Stollen wird zum Raum des Überganges, eine Art Passage, durch den sich eine andere Dimension in unsere Wirklichkeit stülpt. Ein pneumatischer Körper, der mit seiner glänzenden, glatten Oberfläche im Kontrast zur Umgebung steht, füllt den Stollen und ragt in die Landschaft hinein. Licht wird zugleich als formgebendes- und raumauflösendes Element eingesetzt. Die Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld zwischen astronomischen Konzepten und Fiktion.



Künstler_in

Jacqueline Hen


Jacqueline Hen (*1989) arbeitet an der Schnittstelle von Design, Kunst und Forschung. Ihre Werke untersuchen Möglichkeiten, soziale Transformation durch Kommunikation und Partizipation zwischen physischen und virtuellen Realitäten hervorzubringen. 2019 wurde Hen vom Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna zur Gewinnerin des International Light Art Award gekürt. Momentan arbeitet Jacqueline Hen an ihrem Meisterschülerabschluss an der Universität der Künste in Berlin und lehrt Design an der Kunsthochschule für Medien Köln. 2014 bis 2017 assistierte sie Studio Tomas Saraceno in der Erforschung von Spinnennetzen und nachhaltigen Wohnräumen. Davor arbeitete sie am Fraunhofer Zentrum für Nachhaltige Forschung und Innovation Berlin, u.a. in der Entwicklung von interaktiven, holografischen Interfaces.
Ihre Erkenntnisse aus den Forschungspositionen haben einen direkten Einfluss auf die Gestaltung ihrer Kunstinstallationen - wie die Arbeiten in Recherchen und Raumstudien verankert sind und wie die Erfahrung den Betrachtenden näher gebracht werden soll.


Webseite


Ort

Godehardistollen (Bernwardstollen)


Bei den Hildesheimer Wallanlagen handelt es sich um eine im Spätmittelalter errichtete Stadtbefestigung, die später immer wieder verändert wurde. Heute ist sie eine denkmalgeschützte Naherholungs- und Grünanlage. Innerhalb der Wälle gab es mehrere gemauerte Stollen, über die der Zugang von der Stadt zu den Gärten außerhalb möglich war. So auch der Godehardistollen. Noch nicht komplett erforscht, soll er vom Godehardikloster - evtl. sogar direkt vom Kreuzgang - für die Benediktinermönche der direkte Zugang zum Stadtgraben, also zum Wasser gewesen sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde hier die Bernwardsäule aus dem Mariendom zwischengelagert, um sie vor den Bombenangriffen zu schützen. Deshalb hat sich auch der Zweitname Bernwardstollen gehalten. Normalerweise ist der Stollen für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Er verläuft nur einige Meter in den Wall und ist dann verstürzt.