La Stanza del MareLa Stanza del MareLa Stanza del MareLa Stanza del MareLa Stanza del Mare

Fabrizio Plessi - La Stanza del Mare, 1990/1991, 260 x 1440 x 60 cm, steel, 1-channel video, audio, 18 monitors, laserdisc, laserdisc player, steel cabinets, wooden planks © EVI LICHTUNGEN Photographer Sara Foerster, courtesy of ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe and T.W. Stiftung Hamburg

Arbeit

La Stanza del Mare


Seit 1968 ist Wasser das werkbestimmende Element des international bekannten Videokünstlers Fabrizio Plessi. In seinen beeindruckenden, raumgreifenden Videoskulpturen kombiniert er verschiedene, zunächst opponierende Materialien und erzeugt somit eine visuelle wie inhaltliche Spannungen. In der vorliegenden Arbeit verdichtet Plessi durch die Verbindung von Naturmaterialien mit technischen Geräten die Essenz seines Werkgedankens, wie Dorothea van der Koelen schreibt: „La Stanza del Mare, der Meeresraum, zeigt eine lange Reihe […] gleichartige[r] Schränke aneinander gestellt. Die Videos der Monitore im oberen Bereich der Schränke zeigen Meerwasser und die Wellen der Brandung. Anstelle der Türen sind zahlreiche Querlatten angebracht, die in der Höhe nach oben so weit reichen, daß sie die Monitore partiell verdecken. Die Hölzer sind unterschiedlich in Farbe und Qualität, Alter und Zustand, so daß eine poetische Struktur entsteht, beinahe wie ein impressionistisches Gemälde. Sie erinnern an Treibhölzer, die das Meer von Zeit zu Zeit an den Strand spült. Eben jene Hölzer sind es, die hier nun eine Barriere aufbauen, als wollten sie das Meer beschützen vor den Augen der Betrachter, vor den Besuchern der Strände, vor den Zerstörern der Schönheit der Natur. Diese Schränke - hier als Raum bezeichnet - sind zu verstehen als eine Hymne an das Meer, eine Liebeserklärung an das Wasser.“ (Fabrizio Plessi, Opus Video Sculpture, Werkverzeichnis der Videoskulpturen und -installationen 1976-1988, Mainz und München 1988, S.246/250).



Die Arbeit aus dem Produktionsjahren 1990-1991 wird erstmals seit 1993 in gesamter Komposition ausgestellt. Seit ihrer Entstehung hat die Symbolik des eingegrenzten Wassers durch die Nachrichten und Bewegungen der letzten Jahre neue Bedeutungen gewonnen und lädt somit zu einem Dialog über individuelle Assoziationen ein.

Leihgaben des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien und der T.W. Stiftung in Hamburg. 




Künstler_in

Fabrizio Plessi


Fabrizio Plessi (*1940) prägte mit seinen Zeitgenoss_innen Nam June Paik, Bill Viola, Marie-Jo Lafontaine und anderen insbesondere in den Achtzigern und Neunzigern das kollektive Verständnis für neue Medien in der Kunst und gilt zudem als einflussreicher Vertreter der Arte Povera Bewegung. 
Plessi stellte seine Inszenierungen auf der documenta 1987 und der Biennale von São Paulo aus und gestaltete unter anderem für die 42. Venedig Biennale und EXPO 2000 die italienischen Pavillons. Weitere Einzelausstellungen wurden im Martin-Gropius-Bau, Guggenheim Bilbao, Ludwig Museum Budapest, und zahlreichen namenhaften Institutionen realisiert. Darüber hinaus wurde 2013 das Plessi Museum in Südtirol eröffnet.


Webseite


Ort

Michaeliskirche


Als Schlüsselwerk mittelalterlicher Kunst ist die Michaeliskirche von Bischof Bernward von Hildesheim (1010-1022) als Abteikirche erbaut worden. Seit 1985 ist St. Michael zusammen mit dem Mariendom UNESCO-eltkulturerbe. Ihre architektonische Symmetrie, die bemalten Stuckreliefs der Chorschranken (Ende 12. Jahrhundert), und die breite bemalte Holzdecke (Anfang 13. Jahrhundert) machen sie auch heute noch als besonderer Ort spürbar. Eine aktive Kirchengemeinde und das Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik der Landeskirche im angrenzenden Michaeliskloster prägen den Ort. Die Kirche zeigt sich - ganz im Sinne der UNESCO - als zeitgemäßen Lernort für kulturelll-gesellschaftliche Formate.