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Hildesheimer*innen







»WC – Who Cares?«
Henrik Weber in Kooperation mit Vera Glaser und Christian Thomas,
Team der Kunstvermittlung
Historischer Marktplatz





Auf den ersten Blick wirkt das spiegelnde Neun-Eck auf dem Marktplatz wie eine neu installierte öffentliche Toilette. Jedoch verbirgt sich dahinter die Installation »WC – Who Cares?« die erst durch die Interaktion mit den Besucher*innen vollendet wird und deshalb aktiv dazu einlädt, mit ihr zu interagieren. Wände aus Spionageglas, zwei Toiletten und ein Waschbecken – diese Raumelemente eröffnen einen vielschichtigen Erfahrungsraum aus Licht, Klang und Reflexion. Das Ein- und Ausschalten des Lichts verändert Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit: Je nach Beleuchtung werden die Wände der Installation durchsichtig, halbtransparent oder verspiegelt. Wer mit der Installation und ihren Raumelementen interagiert, kann selbst die Lichtstimmung steuern. Auch der Sound ist eigenständig manipulierbar und auf den Toiletten können Besucher*innen über Kopfhörer Interviews zum Thema Licht im öffentlichen Raum anhören. Auf die Wände können Antworten zu den dort vorgefundenen Fragen geschrieben, getaggt oder gezeichnet werden. So ist die Vermittlungskunst-Installation eine kollektive Sammlung städtischer Stimmen, die durch jede Interaktion erweitert und verändert wird und den öffentlichen Raum dadurch neu denkt und erfahrbar macht.Denn der Titel der Installation »WC – Who Cares?« wirft zentrale Fragen zum öffentlichen Raum auf – Welche Orte schaffen Nähe zu anderen Menschen? Wer ist sichtbar und wer wird beobachtet? Und vor allem: Welche Rolle spielen dabei Licht, Lichtstimmungen und Dunkelheit? Anhand von öffentlichen Toiletten lassen sich diese sozialpolitischen Fragen exemplarisch diskutieren. Sie laden dazu ein, die Bedürfnisse der Hildesheimer*innen zu reflektieren und zu bestimmen, welche Ansprüche sich daraus für die Nutzung und Gestaltung öffentlicher Infrastruktur ergeben.


Einfache Sprache:

Auf den ersten Blick sieht das spiegelnde Neun-Eck auf dem Marktplatz aus wie eine neue öffentliche Toilette. Tatsächlich steckt dahinter die Installation »WC – Who Cares?«.

Die Installation wird erst durch die Besucherinnen und Besucher vollständig erfahrbar.

Sie lädt aktiv dazu ein, mit ihr zu interagieren.

Es gibt Wände aus Spionageglas, zwei Toiletten und ein Waschbecken. Diese Elemente schaffen einen Raum voller Licht, Klang und Spiegelungen. Wenn das Licht ein- oder ausgeschaltet wird, verändert sich, was sichtbar oder unsichtbar ist. Je nach Beleuchtung sind die Wände durchsichtig, halbtransparent oder spiegelnd.

Wer möchte, kann das Licht selbst steuern. Auch der Ton kann verändert werden. Auf die Wände kann man Antworten schreiben oder zeichnen. Auf den Toiletten kann man über Kopfhörer Interviews zum Thema Licht im öffentlichen Raum hören.

So entsteht eine Sammlung von Stimmen aus der Stadt und jede Interaktion verändert die Installation. Die Arbeit macht den öffentlichen Raum auf neue Weise erlebbar.

Der Titel »WC – Who Cares?« stellt wichtige Fragen:
Welche Orte schaffen Nähe zu anderen Menschen?
Wer ist sichtbar und wer wird beobachtet?
Welche Rolle spielen Licht, Lichtstimmungen und Dunkelheit?



At first glance, the reflective nonagon on the market square resembles a newly installed public toilet. However, it conceals the installation »WC – Who Cares?«, a work that is only completed through interaction with visitors and therefore actively invites to engage with it. Walls made of mirrored glass, two toilets and a lavatory – these spatial elements open up a multi-layered experiential space of light, sound and reflection. Responses to the questions displayed on the walls can be written, tagged or drawn on them.  Switching the light on and off changes visibility and invisibility: depending on the lighting, the walls of the installation become transparent, semi-transparent or mirrored. By interacting with the installation and its spatial elements, visitors can control the lighting mood as well as the sound. On the toilets, visitors can listen to interviews on the subject of light in public spaces via headphones. The title of the installation, »WC – Who Cares?«, raises central questions about public space: Which places create closeness to other people? Who is visible and who is being observed? And above all: what role do light, lighting moods and darkness play in this? Public toilets provide an ideal setting for discussing these socio-political questions. They invite visitors to reflect on the needs of Hildesheim’s residents and to determine what requirements this implies for public infrastructure.

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