Edition 2026



Vom 22. bis 25. Januar 2026 fand die sechste Ausgabe der Licht Kunst Biennale in Hildesheim statt. Unter dem Thema »Resonanz – Licht, Kunst, Mensch, Ort in Beziehung« zeigten internationale Künstler*innen sowie Hochschul- und Schulprojekte Lichtinstallationen im öffentlichen Raum, die Licht als Material und Medium in unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen einsetzten. Wir danken allen Künstler*innen, Projektbeteiligten, Hochschulen und Schulen für ihre Beiträge sowie unseren Sponsor*innen und Förderpartner*innen für die Unterstützung der Veranstaltung. Unser Dank gilt ebenso den zahlreichen Besucher*innen, die die Biennale besucht und das Programm mit Interesse begleitet haben. Ein weiterer Dank richtet sich an alle Beteiligten in Organisation, Planung und Durchführung, die die Umsetzung ermöglicht haben. Die Edition 2026 wurden von Klaus Wilhelm und Lena Weisner kuratiert. Organisation und Durchführung lagen bei der Hildesheim Marketing GmbH. 

From January 22 to 25, 2026, the sixth edition of the Light Art Biennial took place in Hildesheim. Under the them »Resonance – Light, Art, Human, Place in Relation«, international artists as well as university and school projects presented light installations in public space, using light as material and medium in a variety of artistic approaches. We would like to thank all artists, project participants, universities and schools for their contributions, as well as our sponsors and funding partners for their support of the event. Our thanks also go to the many visitors who attended the Biennial and engaged with the programme with interest. Further thanks are due to everyone involved in the organisation, planning and implementation, whose commitment made the event possible. The edition 2026 was curated by Klaus Wilhelm and Lena Weisner. Organisation and implementation were carried out by Hildesheim Marketing GmbH. 





Amanda Parer
»Fantastic Planet«
gbg Hochhaus Drispenstedt

Mit Amanda Parers großformatigen Installation »Fantastic Planet« scheinen überdimensionale, menschenähnliche Figuren in Hildesheim-Drispenstedt gelandet zu sein. Zwei mehrere Meter hohe, leuchtende Riesen lehnen dort an ein Wohnhochhaus und breiten sich in dem umliegenden Grüngürtel des Stadtteils aus. Ihre eindrucksvolle Präsenz zieht die Besucher*innen in eine Science-Fiction-Erzählung hinein – als wären die Riesen aus einem fernen Universum auf einen unbekannten Planeten gelangt. Neugierig, behutsam und zugewandt erkunden sie nun die ihnen neue Umgebung. Inspiriert wurde die Lichtinstallation von dem Science-Fiction-Film »Der Wilde Planet« (1973), der eine unvorstellbare Zukunft zeigt, in der gigantische Riesen die Welt bevölkern und Menschen als wilde Spezies gelten. Die Künstlerin macht mit der Installation auf das Verhältnis der Menschen zu ihrer Umwelt und der Natur aufmerksam. Dabei geht es vor allem um die Bedrohung der durch die Menschen verursachten Klimakrise, die die Erde in Zukunft für Menschen und andere Lebewesen  unbewohnbar macht. Die Gegenüberstellung der Besucher*innen mit der überdimensionalen Größe der Installation verdeutlicht diese unmittelbare Bedrohung, die der Mensch für die Natur darstellt, und ermöglicht gleichzeitig einen Moment des Nachdenkens und der Demut gegenüber dieser Realität.  Nach der Inszenierung bei den EVI LICHTUNGEN wird das Gebäude abgerissen und es entstehen neue Wohnungen. Der Stadtteil verabschiedet sich sozusagen von einem Landmark „vor der Haustür“.
      Amanda Parer’s large-scale installation »Fantastic Planet« features oversized, human-like figures that appear to have landed in Hildesheim-Drispenstedt. Two luminous giants, several metres tall, lean against a residential tower block and spread out across the surrounding parkland of the district. Their impressive presence draws visitors into a science fiction narrative – as if the giants had arrived on an unknown planet from a distant universe. Curious, cautious and attentive, they now explore their new surroundings. The light installation was inspired by the science fiction film »Fantastic Planet« (1973), which depicts an unimaginable future in which gigantic humanoids populate the world and humans are considered a wild species. With this installation, the artist draws attention to the relationship between humans and their environment and nature. Parr’s main focus is on the threat posed by the climate crisis, which is making the Earth uninhabitable for humans and other living beings in the future. The juxtaposition of visitors with the larger-than-life size of the installation highlights this immediate threat that humans pose to nature, while also allowing for a moment of reflection and humility in the face of this reality. With its presentation at EVI LICHTUNGEN, the installation marks a farewell to the building, which will be demolished and replaced for new housing in the future.

www.amandaparer.com





Bahzad Sulaiman

»CHOR«

Glashalle der Sparkasse


»CHOR« ist eine interdisziplinäre Lichtinstallation, die aus einer Sammlung entsorgter Haushaltsgeräte besteht. Kühlschränke, Waschmaschinen, Geschirrspüler und Mikrowellen sind zu einer sechs Meter hohen Skulptur aufeinander getürmt. Verschiedene Lichtquellen leuchten die Innenräume der Geräte aus, wobei sich ihre Lichtstimmung gegensätzlich zu ihrer Energie verhält. So leuchten Geräte, die in ihrer Funktion kalte Energie abgeben, in Licht mit warmem Farbton und Geräte, die warme Energie produzieren, in Licht mit kaltem Farbton.  Eingebettet in eine Soundcollage aus den allzu vertrauten und alltäglichen Geräuschen der Maschinen, nutzt die Arbeit Objekte als Archive und lässt sie zu Orten der Erinnerung werden. Einige der Geräte wurden dem Künstler zuvor von Hildesheimer*innen zur Verfügung gestellt. So ist hier auch ein Teil der Stadtgesellschaft verbaut worden, mit all den alltäglichen Geschichten ihrer ehemaligen Besitzer*innen. Ihre Geschichten erzählen von Alltag und Gewohnheit, Gebrauch und Verfall, aber auch von Ressourcen und Konsum. Nachdem die Lichtinstallation bereits 2024 während der EVI LICHTUNGEN gezeigt werden sollte, ist sie nun 2026 in der Glashalle der Sparkasse zu sehen.

      »CHOR« is an interdisciplinary light installation consisting of a collection of discarded household appliances. Refrigerators, washing machines, dishwashers and microwaves are stacked on top of each other to form a six-metre-high sculpture. Various light sources illuminate the interiors of the appliances, whereby their lighting mood contrasts their energy. Appliances that emit cold energy in their function glow with warm-toned light, while appliances that produce warm energy glow with cool-toned light. Embedded in a sound collage of the all-too-familiar everyday noises of the machines, the work uses objects as archives and turns them into places of memory. Some of the appliances were offered by residents of Hildesheim to the artist. This way, part of the everyday stories of their former owners have also been incorporated here. Their stories tell of everyday life and habits, use and neglect, but also of resources and consumption. Originally scheduled to be shown during EVI LICHTUNGEN in 2024, the light installation can now be seen in the glass hall of the Sparkasse in 2026.


www.bahzad.de






Explore Sciencenter
»Stadt der Zukunft«

Hi Zukunft Werk.Stadt


»Stadt der Zukunft« ist eine Licht- und Schatteninstallation, in der die Grenzen zwischen Realität, Vorstellungskraft und Technologie verschwimmen. Sie lädt dazu ein, eine Vision von Hildesheim im Jahr 2050 zu entdecken – gestaltet aus der Perspektive junger Künstler*innen. Die Kunstwerke entstanden im Rahmen eines Herbstferienangebots im EXPLORE Lab des Open MINT e.V., in dem 16 Kinder spielerisch die Verbindung von 3D-Modellierung und -Druck sowie Lichtkunst erforschten. Aus den Ideen der Teilnehmer*innen entstanden kleine, futuristische Stadtlandschaften, die als Schattenspiele zum Leben erweckt werden. Die geometrischen Strukturen der Miniaturen werden durch Licht in dynamische Formen transformiert, die in den Schaufenstern der Werk.Stadt, dem Showroom des Smart-City-Projektes, präsentiert werden. Das EXPLORE Sciencenter wird vom Modellprojekt Smart City gefördert und ermöglicht Kindern und Jugendlichen Naturwissenschaften durch forschendes Lernen zu erleben.

     »Stadt der Zukunft« is a light and shadow installation in which the boundaries between reality, imagination and technology blend together. It invites visitors to discover a vision of Hildesheim in 2050 – designed from the perspective of young artists. The artworks were created as part of an activity during the autumn holidays at the EXPLORE Lab of Open MINT e.V., where 16 children playfully explored the connection between 3D modelling and printing and light art. The participants' ideas gave rise to small, futuristic cityscapes that are brought to life as shadow plays. The geometric structures of the miniatures are transformed by light into dynamic forms, which are on display at »Werk.Stadt«, the showroom of the »Smart City« project. The EXPLORE Sciencenter is funded by the Smart City model project and enables children and young people to experience science through research-based learning.






Ingo Wendt
»Seifenblasen Projektor«

Rathaus, Platz An der Lilie

Zwischen zwei Glasscheiben entfaltet sich ein bewegter Seifenblasenteppich als Bildfläche. Die Arbeit »Seifenblasen Projektor« zeigt große und kleine Seifenzellen sowie schillernde Interferenzfarben, die sich dynamisch auf der Projektionsfläche abwechseln und sich durch die optische Umkehr von oben nach unten bewegen. Die durch Seifenblasen produzierten Muster entstehen rein zufällig vor Ort. Denn die Projektionsapparatur basiert auf einem leistungsstarken Overhead Projektor, der als analoger Bildgenerator präzise und scharfe Projektionen auf einer Bildgröße bis 120m² erzeugen kann. Als Projektionsshäuschen ist der »Seifenblasen Projektor« auf dem Platz an der Lilie inszeniert und projiziert die Seifenblasenmuster an die Außenfassade des Rathauses. Treten Besucher*innen vor den Projektor, ergeben sich spielerische und experimentelle Möglichkeiten für Schattenspiele.
     A moving carpet of soap bubbles unfolds between two glass panels. The work »Seifenblasen Projektor« shows large and small soap cells as well as iridescent interference colours that alternate dynamically on the projection surface, appearing to move from top to bottom through optical reversal. The patterns are created purely by chance on site. This is made possible by the projection system, which is based on a powerful overhead projector. As an analogue image generator, it produces precise, sharply focused images at a scale of up to 120m². Installed as a projection booth on the Platz an der Lilie, the »Seifenblasen Projektor« casts its patterns onto the exterior façade of the town hall. When visitors step in front of the projector, their silhouettes become part of the image, opening up playful and experimental possibilities for shadow play.

www.ingo-wendt.de





HAWK & HbKSaar
»Überflutung«
Rückseite Basilika St. Godehard


»Überflutung« zeigt eine Reihe von Arbeiten zum Thema Resonanz und Wasser, die die fließenden Verbindungen zur Welt verhandeln. Die Arbeiten sind in jeweils einem Seminar in Hildesheim und Saarbrücken entstanden unter Anleitung von Cornelia Moosman, Franziska Junge und Detlef Hartung. Die Studierenden nähern sich den Themen aus unterschiedlichen Perspektiven: als Flut von Informationen (»inundatio«), als fragile Beziehung von Existenz und Wahrnehmung (»Lied«), als unsichtbare Verbindung zwischen Mikro- und Makrokosmos (»Alles steht miteinander in Beziehung«), als Gesten christlich-katholischer Bildtraditionen (»Hoffnung«), als aus Orgelklängen hervorgehende Wellenmuster (»Klangbild«), als globale Ungleichverteilung von Wasser (»Überfluss«), als schleichender Verlust von Korallenriffen (»Schweigen der Riffe«), als unaufhaltsame Welle menschlicher Konsequenzen (»Sintflut«), als weibliche Stärke und Fruchtbarkeit (»Quelle des Lebens«) sowie als Auseinandersetzung fantasievoller Sagen und Legenden (»Von außen nicht zu beurteilen«). Mittels analoger PANI-Diaprojektion werden die gestalteten Arbeiten auf die rückwärtige Fassade der Basilika St. Godehard projiziert. Eine Technik, die ursprünglich für Theaterproduktionen genutzt wurde, überträgt die Stills als großformatige, leuchtende Erscheinungen auf den Kirchenstein. Die Rückfassade der Basilika ist ein verborgener Ort im historischen Kern der Stadt. Die Godehardkirche, die im Laufe ihrer Geschichte Pferdestall, Lazarett und Sakralraum war, wird so erneut zum Träger wechselnder Bedeutungen.

     »Überflutung« presents a series of works on the theme of resonance and water that explore the fluid connections within the world. The works were created during seminars in Hildesheim and Saarbrücken under the guidance of Cornelia Moosman, Franziska Junge and Detlef Hartung. The students approach the themes from different perspectives: as an inundation of information (»inundatio«), as a fragile relationship between existence and perception (»Lied«), as an invisible connection between microcosm and macrocosm (»Alles steht miteinander in Beziehung«), as gestures of Christian-Catholic pictorial traditions (»Hoffnung«), as wave patterns emerging from organ sounds (»Klangbild«), as global inequality of water distribution (»Überfluss«), as the gradual loss of coral reefs (»Schweigen der Riffe«), as an unstoppable wave of human-made consequences (»Sintflut«), as female strength and fertility (»Quelle des Lebens«), and as an exploration of imaginative myths and legends (»Von außen nicht zu beurteilen«). Using analogue PANI projection, the designed works are projected onto the back façade of St. Godehard’s Basilica. A technique originally used for theatre productions transfers the stills onto the church stone as large-format, luminous apparitions. The back façade of the basilica is a hidden place in the historic centre of the city. The Godehard Church, which has served as a horse stable, military hospital and sacred space throughout its history, once again becomes a vessel for changing meanings.


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Katja Heitmann
»PERPETUUM Motus Mori«

Dom, Domhof

Das Archiv »Motus Mori« ist eine Sammlung menschlicher Bewegungen der Künstlerin Katja Heitmann. Es bewahrt die alltäglichen Gesten, die sich in der individuellen Körpersprache eines jeden Menschen zeigen. Seit 2019 haben über 2000 unterschiedliche Menschen mit ihren persönlichen Bewegungen dazu beigetragen und wurden durch die Künstlerin videografisch im Archiv festgehalten. Basierend auf diesem Archiv zeigt die immersive Videoinstallation »PERPETUUM«, wie Menschen sich in ihrer Vielfalt verkörpern. Im Domhof werden die Bewegungen in Schatten und in Hologrammen originalgetreu auf Bildschirmen und monumental an den Außenfassaden des Doms projiziert. Jede Bewegung zeigt das Besondere und Spezifische, wie wir uns bewegen, wenn wir nicht darüber nachdenken. Im Herantreten an die Projektion wird deutlich, was individuell ist und worin wir uns gleichen. Der Titel des Archivs weist nicht nur auf die Bewegungen (Motus), sondern auch auf ihre Vergänglichkeit (Mori) hin. Damit befragt Heitmann einerseits die Sterblichkeit der körperlichen Präsenz und andererseits thematisiert sie das Aussterben individueller Körper. Sie fragt danach, inwiefern unsere Gegenwart davon beeinflusst ist, Körper anzugleichen und zu perfektionieren. Die Installation hält dagegen und zeigt, was Menschen menschlich macht und in welcher Vielfalt sie existieren.
      The »Motus Mori« archive is a collection of human movements by artist Katja Heitmann. It preserves the everyday gestures that are revealed in each person’s individual body language. Since 2019, over 2,000 different people have contributed their personal movements, which have been recorded on video by the artist and stored in the archive. Based on this, the immersive video installation »PERPETUUM« shows how people embody their diversity. In the cathedral’s courtyard, the movements are projected in shadows and holograms on screens and on the exterior facades of the cathedral. Each movement shows what is special and specific about how we move when we don’t think about it. As we approach the projection, it becomes clear what is individual and how we are alike. The title of the archive refers not only to the movements (Motus), but also to their transience (Mori). Heitmann thus questions the mortality of physical presence on the one hand and addresses the extinction of individual bodies on the other hand. She asks to what extent our present is influenced by the desire to standardise and perfect bodies. The installation counters this and shows what makes humans human and the diversity in which they exist.

www.katjaheitmann.com





Niko Tiainen
»Translucens«

Wasserparadies

»Translucens« ist eine holographische Projektion auf einem Wasservorhang. Die sonst an verschiedensten stillen und fließenden Gewässern inszenierte Projektion wird im Wasserparadies Hildesheim in ihrem elementaren Umfeld präsentiert. Niko Tiainen beginnt seinen Arbeitsprozess oft mit einem einzelnen Wort. Der Titel »Translucens«, stammt vom Lateinischen Wort »translucent« und bedeutet »durchscheinend« – etwas, was nicht greifbar, aber wahrnehmbar ist. Die visuellen Elemente der Projektion wurden aus einem vom Künstler geschriebenen Algorithmus generiert und verbinden geometrische und biologische Formen. Diese werden durch eine vielschichtige, atmosphärische Klanglandschaft begleitet, die vom Künstler aus Synthesizer-Klängen komponiert wurde. Die Kompositionstechnik ähnelt einer Methode, bei der kurze, improvisierte Motive ohne eine konkrete Melodie zu einem harmonischen Ganzen verwoben werden. Die nichtlineare Erzählung und das Zusammenspiel von Bild und Ton schaffen eine immersive Erfahrung, in der die Besucher*innen ihre eigene Handlung im Geist entstehen lassen: Sie werden in den rhythmischen Fluss von Bewegung, Form und Klang hineingezogen und erleben das Werk als eine meditative, fast tranceartige Reise.
      »Translucens« is a holographic projection displayed on a curtain of water. The projection, which is usually staged on a variety of still and flowing bodies of water, is presented at Hildesheims local swimming pool Wasserparadies. Niko Tiainen often initiates his creative process with a single word. The title »Translucens« comes from the Latin word »translucent« and means »transparent« – something that is intangible but perceptible. The visual elements of the projection, combining geometric and organic forms, were generated by an algorithm written by the artist. They are accompanied by a multi-layered, atmospheric soundscape composed by the artist using synthesizer sounds. The composition technique resembles a method in which short, improvised motifs are woven into a harmonious whole without a concrete melody. The non-linear narrative and the interplay of image and sound create an immersive experience that allows visitors to create their own storyline in their minds: drawn into the rhythmic flow of movement, form and sound, they experience the work as a meditative, almost trance-like journey.

www.nikotiainen.com





Tim Etchells
»Never Sleep«

Sültequelle


Tim Etchells verbindet seine Praxis als Künstler und Schriftsteller durch die Vermittlung von Sprache. Seit zwanzig Jahren entwickelt er eine Serie von Neon- und LED-Zeichen aus simplen und kurzen Sätzen und stellt diese als Interventionen im öffentlichen Raum aus. Die fragmentierten Texte und die Mehrdeutigkeit ihrer Formulierungen sind so angelegt, dass sie die Betrachter*innen in eine zunächst unverständliche Situation verwickeln, die zum Denken anregt. Wie viele von Etchells’ Neonarbeiten ist auch »Never Sleep« kontextabhängig und verschiebt seine scheinbare Aussage und Bedeutung im Dialog mit den Orten und der Gegenwart. Wörtlich steht »Never Sleep« für »Nie Schlafen«, eine Aufforderung zur Wachsamkeit, metaphorisch ist es aber auch als Gesellschaftskritik des immer fortschreitenden Kapitalismus zu lesen. Seit 2018 ist die von der EVI Energieversorgung erworbene Arbeit während der EVI LICHTUNGEN an verschiedenen Orten unterwegs und stellt die Aussage immer wieder in einen anderen Hildesheimer Kontext. In diesem Jahr wird »Never Sleep« an der Sültequelle gezeigt.

      Tim Etchells combines his practice as an artist and writer through the mediation of language. For twenty years, he has been developing a series of neon and LED signs consisting of simple, short sentences, which he exhibits as interventions in the public spaces. The fragmented texts and the ambiguity of their formulations are designed to engage viewers in a situation of incomprehensibility, encouraging them to reflect. Like many of Etchells’ neon works, »Never Sleep« shifts its apparent message and meaning through the differing locations and contexts it is presented in. »Never Sleep« is a call for vigilance, but metaphorically it can also be read as a social critique of capitalism. Since 2018, the work acquired by EVI Energieversorgung has been on display at various locations during the EVI LICHTUNGEN biennial, each time placing the statement in a different setting of Hildesheim. This year, »Never Sleep« will be shown at the Sültequelle.


www.timetchells.com




Anna Ulrich
»Wege«

Dommuseum / Schulhof Mariano-Josephinum

In Anna Ullrichs Fotografien bildet Licht das zentrale Motiv. Darin wird es zum tragenden Element von Emotion, Wahrnehmung und Erinnerung. Die in der Dunkelheit entstandenen Fotografien lenken den Blick auf die Veränderung zwischen Licht und Schatten sowie auf das Verhältnis von Sichtbarem und Unsichtbarem. In der Serie »Wege« widmet sich die Künstlerin der Darstellung von Bewegung und Landschaft. Obwohl sich immer wieder Spuren des dynamischen Urbanen in den Darstellungen finden, vermittelt die Bildsprache eine klare, ruhige und reflektive Stimmung. Der wiederholte Akt des Fotografierens und die serielle Inszenierung der Fotografien schafft eine zunehmende Vertrautheit gegenüber den Motiven. »Wege« ist als Galerie inszeniert und lädt die Besucher*innen dazu ein, die Wege der Fotografien zu erkunden, zu verweilen und dabei sowohl ihre Bewegung als auch die ihnen innewohnende Stille zu entdecken.
      Light is the main theme in Anna Ullrich’s photos. It’s the key to emotion, perception, and memory. Taken in the dark, the photos draw attention to the shift between light and shade, as well as the relationship between the visible and invisible. In the series »Wege«, the artist focuses on showing movement and landscape. Although traces of a dynamic urban environment can be found throughout the images, the visual language conveys a clear, calm and reflective mood. The repeated act of photographing and the serial staging of the photographs creates an increasing sense of familiarity with the motifs. »Wege« is presented as a gallery and invites visitors to explore the paths of the photographs, to linger and discover both their movement and their stillness.

www.anna-ullrich.de






Corrie Francis Parks & Daniel Nuderscher

»SKRFF_ology«
Trogstrecke am Klingeltunnel

In der Projektion »SKRFF« verwandelt sich eine Graffiti-Wand zu einer archäologischen Stätte, die ihre unzähligen bunten Farbschichten freilegt. Durch Stop-Motion-Animation entwickeln die abgetragenen Schichten eine eigene Dynamik – sie formen sich zu organischen Strukturen, die in kleine und große expressive Farbexplosionen ineinander übergehen. Ausgangspunkt des Kurzfilms ist eine Graffiti-Wand in Wien, Österreich, die seit 1982 als legaler Ort zum Sprühen für die lokale Graffiti-Szene zugänglich ist. An diesem Ort legten die »SKRFF« Künstler*innen, und selbsternannten Skrffologen, mit einem Universalmesser nach und nach verschiedene Abschnitte der zwei Zentimeter dicken Farbschicht frei, in der sich über vierzig Jahre Sprayfarbe angesammelt haben. In die Schichten der gesprühten Farbe hat sich auch die Geschichte der Zeit, in der die jeweiligen Graffitis entstanden sind, eingeschrieben. So ist das Freilegen der Farbschichten auch ein Archiv der Vergangenheit und ihrer Spuren, die in der Gegenwart sichtbar werden. Gezeigt wird die Projektion an der Trogstrecke, gegenüber einer der Graffiti-Wände Hildesheims und in unmittelbarer Nähe des Klingeltunnels, ebenfalls ein bekannter Graffiti-Spot Hildesheims. Die Gegenüberstellung wirft Fragen auf, welche Schichten der Vergangenheit Hildesheims sich hinter den Farbschichten der lokalen Graffitis verbergen.Beteiligt sind an dem »SKRFF_ology« Projekt neben den Co-Direktor*innen Corrie Francis Parks und Daniel Nuderscher, Thom Parks (Animation und Technik) und Sandro Nicolussi (Ton).
      The projection »SKRFF« transforms a graffiti wall into an archaeological site, revealing its countless layers of colourful paint. Through stop-motion animation, the worn layers develop their own dynamic – they form organic structures that merge into small and large expressive explosions of colour. The starting point for the short film is a graffiti wall in Vienna, Austria, which has been a legal spraying spot for the local graffiti scene since 1982. There, the »SKRFF«  artists, or self-proclaimed skrffologists, using a utility knife, gradually exposed various layers of the two-centimetre-thick paint, in which over forty years of spray paint had accumulated. The layers also bear witness to the history of the time in which the respective graffiti was created. Thus, the exposure of the layers is also considered as an archive of the past and its traces that are made visible in the present. The projection is shown on the underpass Trogstrecke, opposite one of Hildesheim’s graffiti walls and close to the Klingeltunnel, also a well-known local graffiti spot. The juxtaposition raises questions about which layers of Hildesheim’s past are hidden behind the layers of paint of the local graffiti. In addition to co-directors Corrie Francis Parks and Daniel Nuderscher, Thom Parks (animation and production) and Sandro Nicolussi (sound) are also involved in the »SKRFF_ology« project. 

www.instagram.com/skrff_ology






Goethegymnasium
»LichtVisionen«
Goethegymnasium Schulhof


Zahlreiche illuminierte »LichtVisionen« beleben das nächtliche Schulgelände des Goethegymnasiums und veranschaulichen damit den kreativen Ideenreichtum der Schüler*innen: »Kronleuchter, lichtbelebte Müllmonster, ein lebendiges Graffiti und Architektur-Utopien«. Angesichts des Klimawandels und zunehmender Ressourcenverschwendung war es wichtig, Lichtobjekte aus altem Verpackungsmüll und nicht mehr benötigten Gebrauchsgegenständen zu gestalten. Damit verweisen sie auf individuelle Konsumgewohnheiten und persönliche Geschichten und machen zugleich gesellschaftliche Konsequenzen sichtbar. Durch Lichtprojektionen treten die Schüler*innen in einen Dialog mit ihrer Umgebung. Animationen an der Schulwand zeigen ein Schülerköpfe-Graffiti, das lichtgrafisch zum Leben erweckt wird: Wünsche, Ängste, Sehnsüchte, aber auch prägende Erlebnisse und Hoffnungen leuchten hier stimmsprachlich visualisiert auf. In weiteren Animationen interpretieren Schüler*innen touristische Wahrzeichen wie den Zuckerhut oder das Brandenburger Tor sowie städtische und schulische Fassaden neu. Die Lichtprojektionen werden von Geräuschkompositionen des Kurses »Darstellendes Spiel« Spiel begleitet. Zusammen zeugen die Kunstwerke der Schüer*innen von einer intensiven Auseinandersetzung mit Lebensumständen und Umwelt, von Nachdenklichkeit, von Schaffensfreude und Originalität – gelegentlich mit einem ironischen Augenzwinkern. Die AG Veranstaltungstechnik unterstützte die Künstler*innen bei der Umsetzung ihrer Visionen.

     Through a variety of »LichtVisionen« across the Goethegymnasium campus, students showcase their creative ideas: »Chandeliers, illuminated rubbish monsters, living graffiti, and architectural utopias«. The light objects are made from old packaging and everyday items that were no longer needed. This approach was especially important in light of climate change and the growing waste of resources. The works highlight personal consumption habits and stories while also drawing attention to their broader societal impact. With their light projections, students engage with their surroundings. Animations on the school wall bring graffiti of students’ faces to life, illuminating wishes, fears, longings, as well as formative experiences and hopes. In additional projections, students reinterpret tourist landmarks such as Sugarloaf Mountain and the Brandenburg Gate, along with urban and school facades. The projections are accompanied by sound compositions created by the »Performing Arts« class. Together, the students’ artworks reflect a thoughtful exploration of everyday life and the environment, combining creativity, joy and originality – sometimes with a playful twist.






Gudrun Barenbrock
»Zwischen Räumen (Mapping the City)«

Kolleggebäude Mariano-Josephinum

Die Videomontage »Zwischen Räumen (Mapping the City)« kombiniert Foto- und Filmmaterial von Alltagsbeobachtungen des städtischen Raums: Satellitenbilder und Drohnenaufnahmen sowie Ansichten urbaner Architektur, bewirtschafteter Landschaft und Verkehrswege – darunter auch Szenen aus Hildesheim. Das Material wurde von der Künstlerin Gudrun Barenbrock digital bearbeitet, auf eine minimalistische schwarz-weiß Kontrastierung reduziert und in animierten Videosequenzen zu einem rhythmischen Bildstrom editiert. Die Fassade des Kolleggebäude Mariano-Josephinum bildet die Projektionsfläche der Videosequenzen. Während der Betrachtung wird die architektonische Realität des Gebäudes und seiner Umgebung sichtbar – ein funktionaler Schulbau aus einem massiven, grauen Baukörper, raue Oberflächen aus Waschbeton, umgeben von einem kahlen Parkplatzgelände – der Charakter eines städtischen Zwischenraums. Barenbrocks künstlerischer Eingriff macht diesen Zwischenraum, der als Nicht-Ort übersehen wird, als Ort erfahrbar. Der darauf projizierte Bildstrom wird zu einem Bewusstseinsstrom und regt zur Imagination und Assoziation über das an, was weitgehend verborgen und unsichtbar im urbanen Alltag bleibt.

     The video montage »Zwischen Räumen (Mapping the City)« combines photo and film material from everyday observations of urban space: satellite images and drone footage as well as views of urban architecture, cultivated landscapes, and traffic routes – even including footage from Hildesheim. Artist Gudrun Barenbrock digitally modified the material, reducing it to minimalist black-and-white contrasts and editing it into animated video sequences that form a rhythmic stream of images. The exterior of the college building Kolleggebäude Mariano-Josephinum provides the projection surface for the video sequences.  Upon viewing, the architectural reality of the building and its surroundings reveals itself – a functional school building consisting of a massive, grey structure with rough exposed aggregate concrete surfaces, surrounded by a bare car park. Barenbrock’s artistic intervention makes this in-between space experienceable as a place. The stream of images projected onto it becomes a stream of consciousness and stimulates the imagination and association with what remains largely hidden and invisible in everyday urban life. 


www.gudrunbarenbrock.de






Hildesheimer*innen
»WC – Who Cares?« 

Marktplatz


Auf den ersten Blick wirkt das spiegelnde Neun-Eck auf dem Marktplatz wie eine neu installierte öffentliche Toilette. Jedoch verbirgt sich dahinter die Installation »WC – Who Cares?« die erst durch die Interaktion mit den Besucher*innen vollendet wird und deshalb aktiv dazu einlädt, mit ihr zu interagieren. Wände aus Spionageglas, zwei Toiletten und ein Waschbecken – diese Raumelemente eröffnen einen vielschichtigen Erfahrungsraum aus Licht, Klang und Reflexion. Das Ein- und Ausschalten des Lichts verändert Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit: Je nach Beleuchtung werden die Wände der Installation durchsichtig, halbtransparent oder verspiegelt. Wer mit der Installation und ihren Raumelementen interagiert, kann selbst die Lichtstimmung steuern. Auch der Sound ist eigenständig manipulierbar und auf den Toiletten können Besucher*innen über Kopfhörer Interviews zum Thema Licht im öffentlichen Raum anhören. Auf die Wände können Antworten zu den dort vorgefundenen Fragen geschrieben, getaggt oder gezeichnet werden. So ist die Vermittlungskunst-Installation eine kollektive Sammlung städtischer Stimmen, die durch jede Interaktion erweitert und verändert wird und den öffentlichen Raum dadurch neu denkt und erfahrbar macht.Denn der Titel der Installation »WC – Who Cares?« wirft zentrale Fragen zum öffentlichen Raum auf – Welche Orte schaffen Nähe zu anderen Menschen? Wer ist sichtbar und wer wird beobachtet? Und vor allem: Welche Rolle spielen dabei Licht, Lichtstimmungen und Dunkelheit? Anhand von öffentlichen Toiletten lassen sich diese sozialpolitischen Fragen exemplarisch diskutieren. Sie laden dazu ein, die Bedürfnisse der Hildesheimer*innen zu reflektieren und zu bestimmen, welche Ansprüche sich daraus für die Nutzung und Gestaltung öffentlicher Infrastruktur ergeben.

     At first glance, the reflective nonagon on the market square resembles a newly installed public toilet. However, it conceals the installation »WC – Who Cares?«, a work that is only completed through interaction with visitors and therefore actively invites to engage with it. Walls made of mirrored glass, two toilets and a lavatory – these spatial elements open up a multi-layered experiential space of light, sound and reflection. Responses to the questions displayed on the walls can be written, tagged or drawn on them. Switching the light on and off changes visibility and invisibility: depending on the lighting, the walls of the installation become transparent, semi-transparent or mirrored. By interacting with the installation and its spatial elements, visitors can control the lighting mood as well as the sound. On the toilets, visitors can listen to interviews on the subject of light in public spaces via headphones. The title of the installation, »WC – Who Cares?«, raises central questions about public space: Which places create closeness to other people? Who is visible and who is being observed? And above all: what role do light, lighting moods and darkness play in this? Public toilets provide an ideal setting for discussing these socio-political questions. They invite visitors to reflect on the needs of Hildesheim’s residents and to determine what requirements this implies for public infrastructure.





Hochschule Hannover
»Projected Realities«

Stammelbachspeicher


Wie können Objekte durch passgenaue Projektionen eine eigene Geschichte erzählen? Diese Frage haben Studierende des fünften und siebten Semestern im Studiengang Visuelle Kommunikation der Hochschule Hannover im Rahmen eines Kurses mithilfe der Technik des Projection Mapping untersucht. In Kleingruppen erforschten sie das Potenzial der Verschmelzung von Licht und Alltags-Objekten. Durch diese Erweiterung der physikalischen Realität, konnte Licht erstmals selbst als Gestaltungsmittel gedacht werden. Von Storytelling bis experimenteller Forschung – das Leitthema »Resonanz« wurde aus vielen unterschiedlichen Perspektiven interpretiert und umgesetzt. Unter dem Titel »Projected Realities« entstanden vielseitige Arbeiten. Diese reichen von abstrakten Objekten, die im Raum zu schwingen scheinen, über Licht- und Schattenspiel bis hin zu illustrativen Ansätzen. Sie zeigen eine große Bandbreite an kreativen Ansätzen, Licht weiterzudenken und als künstlerisches Ausdrucksmittel zu nutzen. Die Arbeiten werden im Stammelbachspeicher ausgestellt.

     How can objects tell their own story through carefully tailored projections? Students in their fifth and seventh semesters of the Visual Communication programme at Hanover University of Applied Sciences and Arts explored this question in a course using projection mapping technology. In small groups, they explored the potential of merging light and everyday objects. By expanding physical reality in this way, they were able to consider light itself as a design element for the first time. From storytelling to experimental research, the theme of resonance was interpreted and implemented from many different perspectives. A wide variety of works emerged under the title »Projected Realities«. Ranging from abstract objects that seem to float in space to interplays of light and shadow and illustrative approaches, they demonstrate a broad spectrum of creative approaches to rethinking light and using it as a means of artistic expression. The works are on display at the Stammelbachspeicher. 


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Julia Shamsheieva
»Endless«

BWV Wohnquartier, Rosenhagen

»Endless« ist eine Videomapping Arbeit und eine Reflexion der Künstlerin über den fortlaufenden Kreislauf des Lebens und den lebendigen Strom, der die Existenz aller Lebewesen und Dinge bestimmt. Gleichzeitig thematisiert Shamsheieva die Bedrohung dieser Harmonie durch die Menschheit. Es geht um das Bewusstsein, dass der Mensch selbst nur ein kleiner Teil eines viel größeren Ganzen ist und das Gleichgewicht der Natur verantwortungsvoll respektieren muss, um die Kontinuität des Kreislaufs nicht zu gefährden. Die Projektion transformiert sich kontinuierlich und fluide: bunte Motive, organische Formen und abstrakte Gesichter in strahlenden Farben gehen ineinander über. Damit wird die Architektur zu einer lebendigen Oberfläche – die Fassade eines Wohnhauses am Rosenhagen, mit ihrer typischen Form und dem Spitzdach, wird fantasievoll neu interpretiert. Nicht nur visuell, sondern auch auditiv entfaltet sich das Kunstwerk. Zusätzlich zu den Animationen lädt die immersive Musik die Betrachter*innen ein, den Kreislauf und Fluss des Lebens zu spüren. Eine Erfahrung von Bewegung und Kontinuität der sich ständig verändernden Schönheit aller Existenz.
      »Endless« is a video mapping work that reflects the artist’s thoughts on the continuous cycle of life that determines the existence of all living beings and things. By addressing the threat that is posed to this harmony by humanity, Shamsheieva explores that humans themselves are only a small part of a much larger whole and must respect the balance of nature responsibly in order to not endanger it. This is reflected in the projection that transforms continuously and fluidly: colourful motifs, organic shapes and abstract faces in bright colours merge into one another. This turns the architecture into a living surface – the facade of a residential building on Rosenhagen, with its typical shape and pointed roof, is imaginatively reinterpreted. The artwork unfolds not only visually, but also aurally. In addition to the animations, the immersive music invites viewers to feel the cycle and flow of life. An experience of movement and continuity of the ever-changing beauty of all existence.





Kollektiv Extasier 

»Landeierfraktion in Hildesheim«

Kehrwiederturm, Kunstverein Hildesheim


Mit der Ankündigung »Landeierfraktion in Hildesheim« reflektiert das Kollektiv Extasier ihre eigenen Erfahrungen mit dem Aufwachsen im ländlichen Raum – spontan, abstrakt und mit einer guten Prise Selbstironie und Unvorhersehbarkeit. In fließenden Kompositionen aus Farbe, Linie, Wort und durchscheinenden Alltagsobjekten entsteht ein lebendiges Wechselspiel aus Licht und Bewegung. Projektionsfläche der Kompositionen ist der Kehrwiederturm, Sitz des Kunstverein Hildesheim, der mit dieser künstlerischen Auswahl zum Programm der EVI LICHTUNGEN beiträgt. Der Kehrwiederturm wird von außen und innen beleuchtet. Sowohl die Turmfassade als auch die einzelnen Etagen bieten Raum für Standbildprojektionen. Im Turmzimmer wird es während den EVI LICHTUNGEN auch eine Performance geben, mit Lightshow und musikalischer Begleitung von Dj Liser. 

      With the announcement »Landeierfraktion in Hildesheim« the Extasier collective reflects on its own experiences of growing up in rural areas – in a spontaneous, abstract way and with a good dose of self-irony and unpredictability. Flowing compositions of colour, line, words and translucent everyday objects create a lively interplay of light and movement. The compositions are projected onto the Kehrwiederturm, home of the Kunstverein Hildesheim (an exhibition space for contemporary art) which is contributing to the EVI LICHTUNGEN programme with this artistic selection. The Kehrwiederturm is illuminated from the outside and inside. Both the tower facade and the individual floors offer space for still image projections. During EVI LICHTUNGEN, there will also be a performance in the tower room, with a light show and musical accompaniment by DJ Liser.


www.instagram.com/extasier.kollektiv/





RaumZeitPiraten
»Drafts For Zero Gravity«

RPM Museum, Schafhausensaal

»Drafts For Zero Gravity« ist eine unvollendete Serie optoakustischer Installationen, die sich aus altem Labormaterial, darunter Lautsprecher, LEDs, Laser, Linsen, Spiegel und Motoren zusammensetzt. Durch optische und akustische Sensoren nimmt die Installation die Bewegungen und Lautstärke ihrer Umgebung auf und verarbeitet sie experimentell. In der Installation widersetzen sich die RaumZeitPiraten der Nutzung rechter Winkel, strikter horizontaler und vertikaler Ausrichtung sowie einfacher Symmetrie. Stattdessen bedienen sie sich Strukturen ständiger Bewegung, Orientierung in alle Richtungen und der Loslösung von Schwerkraft. Aus den eingesetzten Materialien und technischen Elementen entsteht vor Ort eine vielfältige audiovisuelle und multimediale Umgebung, die die Wahrnehmung der Besucher*innen erweitert und zum Nachdenken über die ästhetischen und poetischen Möglichkeiten von Wissenschaft anregt. Die zeitgenössische Arbeit bespielt einen Raum im kulturhistorischen Museum RPM.
      »Drafts For Zero Gravity« is an unfinished series of optoacoustic installations composed of old laboratory equipment, including loudspeakers, LEDs, lasers, lenses, mirrors and motors. Using optical and acoustic sensors, the installation records the movements and volume of its surroundings and processes them experimentally. With the installation, the RaumZeitPiraten resist the use of right angles, strict horizontal and vertical alignment, and simple symmetry. Instead, they make use of constant movement, multi-directional orientation and the abandonment of gravity. On site, the materials and technical elements create a diverse audiovisual and multimedia environment that expands visitors’ perceptions and encourages them to reflect on the aesthetic and poetic possibilities of science. The work will be installed in the RPM Museum.


www.raumzeitpiraten.com



︎ Sarah Förster